Corona Pandemie und Tourismus in Österreich

Bis Ende Februar 2020 war man der Meinung, dass der globale bzw. europäische internationale Tourismus langfristig weiter dynamisch wachsen wird. Mit Stand Anfang März 2020 hat sich die Situation durch die Corona Pandemie und den damit verbundenen Reiseverbot schlagartig verändert. Der Tourismus findet nicht mehr statt. Derzeit ist nicht absehbar, wie und bis wann diese dramatische Situation auch für die Tourismuswirtschaft überwunden werden kann.

Laut UNWTO könnte sich die Zahl der globalen internationalen Ankünfte im Jahr 2020 von 1,507 Mrd. im Jahr 2019 um 20 bis 30 Prozent oder um 300 bis 450 Mio. Ankünfte reduzieren (UNWTO: Impact assesment of the COVID-19 outbreak on international tourism; 24 04 2020). Zum Vergleich: In der globalen Wirtschaftskrise 2009 betrug der Rückgang der internationalen Ankünfte -4,0 Prozent, die Einnahmen sanken um -5,4 Prozent oder um 88 Mrd. USD. 96 Prozent der internationalen Zielländer haben derzeit Reisebeschränkungen aufgelegt.

Viele Ökonomen sagen eine V-förmige Wirtschaftserholung voraus: Auf eine rasche, heftige Krise folgt eine ebensolche Erholung. Einige Ökonomen prognostizieren dagegen eine U-förmige Wirtschaftserholung: Nach heftiger Krise und anschließender Stagnationsphase folgt die Erholung ( "... Runter geht es schnell und steil, hinauf aber langsam..."). Die internationalen Reiseströme dürften sich somit langsam erholen, d. h., für international ausgerichtete Destinationen dürfte sich eine längere Durststrecke abzeichnen. In Österreich wurden 2018/19 rund 74 % der gesamten Nächtigungen von Auslandsgästen getätigt. Sie kommen primär aus Europa bzw. den EU 28 Herkunftsländern (88 % der Auslandsgäste-Nächtigungen).  

Wintersaison 2019/20

In Österreich wurden laut Statistik Austria in der Wintersaison 2019/20 (November 2019 bis Februar 2020) insgesamt 54,24 Mio. Nächtigungen registriert, davon zwei Drittel in den 315 Wintersport-Gemeinden (3 SB/SL und mehr). Im Vergleich zum entsprechenden Zeitraum des Vorjahres eine Zunahme um 4,6 %.

Die Nachfrage ist in den 62.100 Beherbergungsbetrieben Österreichs ab Mitte März 2020 zum Erliegen gekommen und erreichte bis Mitte März 2020 ein Nachfragevolumen von 6,16 Mio. Nächtigungen und somit insgesamt 59,39 Mio. im Winter 2019/20.

Der Hotellerie, den Pensionen und mietbaren Ferienwohnungen wurden per Verordnung des Gesundheitsministeriums ab 4. April 2020 jegliche touristische Nutzung untersagt. Eine zeitnahe Aufhebung ist aus aktueller Sicht  (28. 04. 2020) nicht realistisch.

Das bedeutet, dass die Tourismuswirtschaft in Österreich durch die Coronavirus-Pandemie verkürzte Wintersaison 2019/20 einen Ausfall von insgesamt rund 13,5 Mio. Gästenächtigungen verkraften muss, der Großteil, nämlich zwei Drittel oder 9,0 Mio., in den 315 Wintersport-Gemeinden, in denen im Winter 2019/20 laut amtlicher Seilbahnstatistik des BMVIT 17 neue Hauptseilbahnen, davon 10 Ersatzanlagen, in Betrieb genommen wurden.

Der Fachverband Seilbahnen der WKÖ schätzt die Investitionen für den Winter 2019/20 im Bereich der Seilbahninfrastruktur auf 408 Mio. Euro, das sind immerhin 54 % der Gesamtinvestitionen der Seilbahnbranche. Durch den Nächtigungsverlust von über 21 Prozent in den 315 Wintersport-Gemeinden, resultiert ein Einnahmen-/Umsatzrückgang im Gesamtreiseverkehr von mindestens -1,87 Mrd. Euro gegenüber der Wintersaison 2018/19.

Rückblickend auf die witterungs-/schneemäßig sehr guten März- und Aprilwochen wären für die Zeit ab dem Lock down Mitte März 2020 nochmals richtig frequenz-/umsatzstarke Wintersporttage dringelegen und hätten den Kassenumsatz der Seilbahnen des Winters 2018/19 in der Höhe von 1,55 Mrd. Euro übertroffen.  

Falsche Berechungen werden veröffentlicht

Irritierend ist diesbezüglich, dass

* laut einer  Untersuchung der Beratungsgruppe Prodinger im Auftrag der WKÖ ein Verlust von -11,2 Mio. Winternächtigungen und -900 Mio. Euro Umsatz in der Wintersaison 2019/20 eingetreten ist,

* die Wiener MarktforschungsGmbH Manova im Auftrag des Fachverbandes Seilbahnen der WKÖ im Vergleich zu den Vorjahren wiederum "nur" -8,1 Mio. weniger Gäste (Gäste-Ankünfte ?, Nächtigungen ?, Skier Visits inklusive Einheimische ?) errechnete (htr.ch vom 21 04 2020).

Beispiel Schweiz:

Die Schweizer Tourismusbranche muss, wie eine aktuell publizierte Umfrage ergab, für die Monate März bis Juni 2020 mit einem Verlust von 8,7 Mrd. Franken rechnen, es drohen Schließungen von 3.200 Tourismusbetrieben mit einem Verlust von über 30.000 Arbeitsplätzen (htr.ch, 01 05 2020). Im März 2020 betrug der Nächtigungsrückgang bereits -62,3 %.

Sommersaison 2020 ?

Unter der Annahme (Worst Case), dass für die gesamte Sommersaison  (Mai bis Oktober) diese Sperre gilt, würde dies bedeuten, dass Nachfrageeinbußen von rund 79 Mio. Gästenächtigungen und Einbußen bei den Gesamteinnahmen im Reiseverkehr von etwa 14 Mrd. Euro in Österreich verkraftet werden müssen. 

Stand 23 05 2020:

Ab 29 05 2020 können nun die Beherbergungsbetriebe, Seilbahnen und Freizeiteinrichtungen wieder öffnen. Dadurch kann die prekäre Situation der Tourismuswirtschaft Österreichs seit Mitte März entschärft werden bzw. das Hochfahren des Tourismus wieder beginnen.

In der Schweiz wurde von der Konjunkturforschungsstelle der ETH Zürich (KOF) ein Rückgang der Wertschöpfung im Tourismus, neben dem Verkehr und Handel, von 15 bis 25 Prozent von März bis Juni 2020 berechnet ( htr.ch vom 06. 04. 2020). 

Bemerkenswert ist: Das aktuelle Reiseverbot scheint den Menschen zunehmend zu verleiten, verstärkt ihren Urlaub fürs kommende Jahr zu planwn. So stiegen die Fluganfragen in Deutschland mit Stand 30.03.2020 um teilweise mehr als 100 Prozent im Jahresvergleich an (FVV, 30.03.2020).

Eine Mitte April 2020 publizierte internationale Studie dea Instituts Tourismus der HES-SO Valais-Wallis  zeigt dagegen (Stichprobe von Personen aus der Schweiz sowie den neun wichtigsten Herkunftsmärkten für den Tourismus in der Schweiz und dem Wallis), dass 42 Prozent der Befragten ihre geplanten Reisen absagen mussten, 69 Prozent davon waren Urlaubsreisen. Nur 9 Prozent der Studienteilnehmenden gaben an, gegenwärtig einen Urlaub für die nahe Zukunft zu planen, die Reiselust ist erwartungsgemäß derzeit sehr gerng. Die Ergebnisse dieser Studie zeigen, dass die Bevölkerung gegenwärtig nicht bereit ist, von Reisen zu träumen oder gar Urlaube/Ferien zu planen (htr.ch, 16 04 2020).

Andererseits: In Krisenzeiten gewinnt immer die Nähe. Das Vertraute vermittelt gefühlte Reisesicherheit. Bald dürfte alles nur eine Erinnerung sein, neigt doch der Mensch in der mittel-/langfristigen Beurteilung immer zum Verdrängen und Vergessen. 

Ob sich das bisherige Wohlbefinden der Urlaubsgäste in größeren/großen Mengen in unseren zahlreichen nutzungsintensiven Tourismus-Gemeinden (ITR-Tourismusreport 2/2020) reduzieren wird, kann derzeit nicht beantwortet werden. Wenn doch, muss und wird es wieder rasch aufgebaut werden.

Wo könnte die Sommer/Herbst-Reise 2020 hingehen ? 

Ab 29 05 2020 kann laut BMLRT die touristische Tätigkeit unserer Tourismusbetriebe wieder aufgenommen werden. Dadurch können die ÖsterreicherInnen im Inland wieder kürzere/längere Urlaubsreisen unternehmen ("nachholen").Dafür bieten sich vor allem die mietbaren gewerblichen und privaten Ferienwohnungen/-häuser in unseren alpinen und außeralpinen Tourismus-Gemeinden an, um sich gemeinsam mit Familienangehörigen - ohne den Warteschlangen bei größeren Buffets mit dem einzuhaltenden nötigen Abstand (Social Distancing) wie in Hotels - zu erholen. Immerhin werden derzeit in 38.559 Ferienwohnungen/-häuser 321.600 Gästebetten, davon 176.769 auf Bauernhöfen, in dieser bisher überdurchschnittlich stark nachgefragten familiengerechten Unterkunftsart offeriert ( 29,8 % des Sommer-Gesamtangebotes). 

Mit einem entsprechendem Marketing könnten die Österreicherinnen vor allem aus den großstädtischen Verdichtungsgebieten ihre bevorzugten Inlands-Destinationen für einen Sommer-/Herbsturlaub aufsuchen, sich in einer intakten, gesunden Umwelt entspannen, bewegen, erholen, gemeinsam Wandern oder Radfahren, regionale Naturprodukte/Schmankerln verkosten,... und damit auch der Tourismusbranche gemeinsam helfen.

In der Schweiz werden beispielsweise 40 Mio. Franken eingesetzt, um den Binnentourismus im Sommer und Herbst 2020 anzukurbeln (htr.ch, 06 05 2020).

Auch in Österreich werden nun zusätzliche 40 Mio. Euro vom Tourismusministerium bereitgestellt bzw. von der Österreich Werbung (ÖW) primär für  Online-Kampagnen im In- und Ausland eingesetzt (Motto "Auf dich wartet ein guter Sommer. Entdecke Dein eigenes Land"), um die Nachfrage wieder hochzufahren, wobei für den österreichischen Städtetourismus (Wien und die Landeshauptstädte) eine spezifische Werbekonzeption ausgearbeitet wird.

Dies ist insofern verwunderlich, da der Städtetourismus zwar 18,6 % der 78,97 Mio. Sommernächtigungen 2019 Österreichs erzielte, mit 78,7 % einen höheren Nächtigungsanteil von Auslandsgästen aufweist (übriges Österreich 68,6 %), mit 290 Euro Gesamteinnahmen im Reiseverkehr beinahe doppelt so hohe Einnahmen pro Sommer-Gästenächtigung lukriert als der Durchschnitt der übrigen Marktsegmente, beim Ranking der am stärksten frequentierten Marktsegmente der Sommer Inlandgäste an 7. Stelle, der Deutschen Gäste an 5. Stelle und der übrigen Auslandsgäste immerhin an 2. Stelle steht und in den letzten fünf Sommersaisonen 2015-2019 mit einer durchschnittlichen saisonalen Zuwachsrate der Nächtigungen von +4,40 % die kräftigste Steigerung sowie auch die mit Abstand höchste Gästebetten-Auslastung mit durchschnittlich 113 Belegstagen (62 %) erreichte, für die übrigen Marktsegmente des Sommertourismus keine spezifischen Marketing-Aktivitäten bzw.  diesbezüglichen Stützungsmaßnahmen vorgesehen sind.

Vor allem die überwiegend kleineren Beherbergungs(Familien-)betriebe im Berg-/Alpintourismus (Anteil der Betten in 3-/2-/1-Sterne Betrieben: 24,1 % bzw. 148.276 Sommer-Gästebetten 2019; durchschnittliche Betriebsgröße: 3-Sterne Betriebe: 43 Betten/Betrieb; 1-/2-Sterne: 25 Betten/Betrieb) mit ihrer im Durchschnitt niedrigsten Sommer-Bettenauslastung aller Marktsegmente und dadurch geringeren Liquidität sind bei der nun zu erwartenden Wettbewerbszunahme einem erhöhten Konkursrisiko ausgesetzt.

 

Belegsdauer der Gästebetten im Sommer 2019 in Tagen

 


 

                                 Städtetourismus ges.                   113

                                    dav. Wien                                    118

                                    übige Städte                               104

                                 Gesundheitstourismus ges.          81

                                     davon Thermen                          85

                                     übriger Gesundheitstour.         73

                                 Seentourismus                              75

                                 Weinstrassentourismus               73

                                 Luftkurorte                                    69

                                 Donautourismus                          68

                                 Kongress-/Tagungstourismus    65

                                 Schutzgebietstourismus             58

                                 Berg-/Alpintourismus                  57


                                Österreich                                     67


 Quelle: Statistik Austria; ITR-Datenbank und Bearbeitung

 

Zu berücksichtigen ist weiters, dass für Tourismusnachfrage die Konjunkturentwicklung und vor allem die Wirtschaftserwartung eine wichtige Rolle spielt. Die derzeitigen Erwartungen im Bereich der Arbeitsplatzsicherheit und der Einkommensentwicklung haben  eine zentrale Steuerungswirkung darauf, wer wieviel für eine Urlaubsreise ausgibt. Eine als stabil wahrgenommene individuelle wirtschaftliche Situation ist somit eine wichtige Voraussetzung für eine ("nachgeholte") Urlaubsreise.

Angesichts der vielen offenen Fragen sind zur Zeit die Menschen verunsichert und haben noch wenig Lust auf eine Urlaubsplanung. Auf diesen psychologischen Effekt sollte/muss die Tourismusbranche eingehen und potenziellen Gästen die sicheren Erholungsmöglichkeiten in Österreich aufzeigen. Gleichzeitig müssen die ausländischen Herkunftsmärkte wegen der längeren Vorlaufzeit von mehreren Monaten vor dem Reisetermin schon bald wieder bearbeitet werden, da der internationale Wettbewerb um Urlaubsgäste massiv zunehmen wird. 

Im ungünstigten Fall (worst case) flackert eine zweite Pandemie Welle im Herbst wieder auf, welche die Wintersaison 2020/21 gefährdet.

 

Beratungen für Tourismusbetriebe und -destinationen ? !

Situationsbedingt werden derzeit von touristischen Beratungsunternehmen für Beherbergungsbetriebe und Destinationsorganisationen spezifische Beratungen angeboten mit Problem-/Krisenlösungsvorschlägen eines Villacher Unternehmens wie

  " innovieren Sie Abläufe in der Organisation,

    stärken Sie die Seviceleistungen für Ihre Partner in der    Destination,                      

    Beschreiben Sie die Szenarien ganz konkret: Z.B.: Welche     Auswirkungen gibt es auf die Besucherströme vor Ort ?

u.a.m.", die auch noch zusätzlich ins Netz gestellt wurden (www.seilbahn.net).

Aufgrund des vorhandenen hohen betrieblichen und regionalen Tourismus-Management Know how (Professionalität, Kreativität, Krisenbewältigungs-Kompetenz mit den für sie passenden Strategien) bzw. der überdurchschnittlichen internationalen Performance der österreichischen Tourismuswirtschaft sind diese kostenintensiven Beratungsleistungen bzw. fachlich höchst unqualifizierten  Empfehlungen mehr als obsolet.

 

Die Überwindung der "1993er Rezession" - Ein Rückblick

 Ein Blick in die Vergangenheit zeigt, dass die Tourismuswirtschaft Österreichs in der "93er Rezesion" einen massiven Rückgang der Nächtigungen im Sommer 1991 bis 1997 von 18,07 Mio. (-23,13 %) und im Winter 1992/93 bis 1996/97 von 5,25 Mio. (-9,7 %) verkraften musste. Diese Rückschläge waren in erster Linie auf Sonderfaktoren zurückzuführen. So verursachten die rückläufigen Netto-Realeinkommen in Westdeutschland, die Währungsabwertungen in einigen wichtigen Konkurrenzländern (vor allem in Italien) sowie der Einbruch der Flugtarife seit dem Höchststand 1991/92 massive Rückgänge der Nachfrage nach Österreich-Aufenthalte.

In dieser markanten Abnahmephase gab es aber eine beachtliche Zahl von Tourismus-Gemeinden/-Gebieten, die keine Nächtigungseinbußen zeigten. Eine im Auftrag des damaligen Wirtschaftsministeriums durchgeführte Studie (1) erfasste u. a. auch jene Erfolgsfaktoren, die in den Tourismus-Gemeinden/-Gebieten ohne Nächtigungsrückgängen in der "96er Rezession" ausschlaggebend waren.

Ab 1997 wurde von der Tourismuswirtschaft wieder eine  quantitative und vor allem qualitative Aufwärtsentwicklung in die Wege geleitet bzw. die "Erfolgsstory Tourismus Österreich" neu gestartet. Die Qualitätsentwicklung in der Hotellerie ist nach dieser Krise beeindruckend. So wurde  der Anteil der Hotellerie Betten in der 5-/4-Sterne Kategorie an der fast unveränderten Gesamtbettenzahl von 16,5 % im Sommer 2000 auf 25,2 % im Sommer 2019 angehoben und bereits 27,7 Mio. oder 35,1 % der gesamten Sommernächtigungen 2019 in Österreich verbucht.

Auch der Anteil der Betten in den stark nachgefragten familiengerechten mietbaren gewerblichen und privaten Ferienwohnungen/-häuser wurde von 21,3 % auf 29,8 % erhöht. In den letzten Saisonen wiesen laut der Statistik Austria dabei die gewerblichen Ferienwohnungen, Chalets und Appartements die höchsten Steigerungsraten auf (+8,3 % im Sommer 2019 bei einem Anteil von 7,4 % der Nächtigungen).

...mit sehr unterschiedlicher Entwicklung der Marktsegmente

Um eventuell Handlungshinweise zur derzeitigen Krisenbewältigung zu erhalten bzw abzuleiten, wurde der Frage nachgegangen, wann bzw. in welchem Zeitabschnitt  die   Marktsegmente des Sommertourismus mit ihren stark unterschiedlichen  Angebots- und Nachfragestrukturen die 93-97er Talsohle der Nachfrage überwinden konnten.

Ergebnis:

Übersicht 1: Angebots- und Nachfragestruktur der Marktsegmente im Sommer 2019                  


   Marktsegment                         Bettenangebot in %                Nächtigungen in %                                                                   5-/4-Sterne   Fewos            Inländer  Deutsche  übr. Ausland


 Städtetourismus                      47,4            8,5                   21,3         20,5           58,2 

 Kongress-/Tagungstourism.   30,6           29,9                   29,4         41,5          29,1

 Berg-/Alpintourismus              21,8           39,0                  18,3          50,1          21,6

 Gesundheitstourismus ges.   35,5           23,8                   58,2         22,1           21,7

      davon in Thermen             36,8           22,6                   65,1         17,7           17,2

 Luftkurorte                              23,3           34,1                   38,5         34,2           27,3

Seentourismus                        24,1           31,5                   37,3         39,2           23,5

Donautourismus                     19,5              9,0                  43,3          27,4           29,3

Schutzgebietstourismus        20,7            34,4                 32,8          37,7            29,5

Weinstrassentourismus         26,5            12,6                 64,3          17,0            13,7


 Österreich                               25,2            29,8                29,5           37,4           33,1


Quelle: Statistik Austria; ITR-Datenbank und Bearbeitung              

 

Übersicht 2:    Nachfragesituation und -entwicklung in der "93er" Rezession   


                   Sommersaison

                                                                                                           benötigte            

Marktsegment                Nächtigungs-              erneuter Höchstand     Saisonen

                                        tiefstand                    


Städtetourismus                         1995                        1997                              2

Kongress-/Tagungstourism.      1997                        2012                            15

Berg-/Alpintourismus                 1997                       2011                             14

Gesundheitstourismus ges.      1997                      2008                              11

  davon Thermen                        1997                       1998                                1

  übriger Gesundheitstourism. 1997                       2010                             13

Luftkurorte                                1997                       2019                              22

Seentourismua                          1997                       2019                              22

Donautourismus                        1997                      1998                               1

Schutzgebietstourismus           1997                      2006                               9

Weinstrassentourismua            1997                      1998                               1


  Österreich                               1997                      2003                                6


  Quelle: Statistik Austria; ITR-Datenbank und Bearbeitung

Von der Schweiz Tourismus, der nationalen Marketingorganisation, wird erwartet/befürchtet, dass der Nachfrageumfang von 2019 in eher fünf als in drei Jahren wieder erreicht wird (htr.ch vom 11 05 2020).

Die  Nachfragetendenzen 

in der Sommersaison vor der Corona-Pandemie bieten Hinweise, wie die Sommernachfrage nach der Pandemie in Österreich verlaufen könnte.

In den letzten fünf Sommersaisonen 2015 - 2019 erreichten die Marktsegmente des Sommertourismus mit ihren unterschiedlich hohen Auslandsgäste-Anteilen folgende durchschnittliche saisonale Zuwachsraten der Nächtigungen:


                                                                                         Nächtigungen

                                                                                                      Ausland in %

                                                                                                     Sommer 2019


    Camping-/Caravantourismus         7,03 % pro Saison                  .

    Städtetourismus                              4,40 %                        78,69

    Berg-/Alpintourismus                     3,84 %                         81,67

    Kongress-/Tagungstourismus       3,46 %                         70,58

    Seentourismus                                3,23 %                         62,69

    Weinstrassentourismus                 2,91 %                         37,92

    Schutzgebietstourismus                2,42 %                         67,16

    Luftkurorte                                       2,39 %                        61,52

    Donautourismus                              1,73 %                       56,68

    Gesundheitstourismus gesamt     1,02 %                        43,78

        Thermentourismus                      0,48 %                       34,99

        übriger Gesundheitstourismus  2,01 %                       60,99


    Österreich                                        3,29 %                       70,50


    Quelle: Statistik Austria; ITR-Datenbank und Bearbeitung       

 

Die Präferenzen

der Logiergäste aus den Hauptherkunftsmärktrn des Sommers 2019 sind unterschiedlich.


                                      Ranking der "beliebtesten" Segmente (*)


                                                 Für die Logiergäste

       aus dem Inland               aus Deutschland                    übriges Ausland


1. Seentourismus                1. Berg-/Alpintourismus      1. Berg-/Alpintourismus

2. Berg-/Alpintourismus      2. Kongress-/Tagungstour.   2. Städtetourismus

3. Kongress-/Tagungstour.   3. Seentourismus                3. Kongress-/Tagungst.

4. Schutzgebietstour.          4. Schutzgebietstour.          4. Seentourismus

5. Gesundheitstourismus    5. Städtetourismus             5. Schutzgebietstour.

6. Luftkurorte                       6.Gesundheitstour.             6. Gesundheitstour.

7. Städtetourismus               7. Luftkurorte                      7. Luftkurorte

8. Donautourismus              8. Donautourismus              8. Donautourismus

9. Weinstrassen                   9. Weinstrassen                  9. Weinstrassen


Quelle: Statistik Austria; ITR-Datenbank und Bearbeitung

(*) gemessen an der Zahl der Sommernächtigungen 2019

 

Dieses aktuelle "Ranking" hat sich in den vergangenen Sommersaisonen kaum verändert.

 

 

 


 

(1) Fleischhacker, V. (1996 und 1997): Gewinner und Verlierer des Sommertourismus in Österreich 1992 - 1994 und 1994 - 1996. Eine Analyse der lokalen und regionalen Angebots- und Nachfragefaktoren sowie Erfassung   der Erfolgsfaktoren. Auftraggeber: BMWA.