Wintersportarten/-formen

 

ITR-Tourismusreport 5/2018

Schnee-/Eisgebundene Wintersportarten/-formen. Ein Überblick 

Die Alpen bieten aufgrund ihrer landschaftsbedingten Voraussetzungen und der vorhandenen wintersporttouristischen Infrastruktureinrichtungen sowohl den Wintergästen als auch der einheimischen Bevölkerung ein breites Spektrum an Aktivitätsmöglichkeiten bzw. Outdooraktivitäten an, die Veränderungen zeigen. 

Der Trend ist deutlich: Das Schneesport(aktivitäts)verhalten der nächtigenden Winter- und Tagesausflugsgäste in den Alpen verändert sich, sie werden auch in der Wintersaison polysportiver und spiegelt die gesellschaftlichen Veränderungen und somit das vielfältige Sportverhalten bzw. den Verbreitungsgrad der Sportarten (-kombinationen) der Bevölkerung in ihrem Wohnumfeld/-ort wider. In den letzten Jahren haben sich immer mehr ergänzende Aktivitäten zu den "Klassikern" Schi-/Snowboardfahren und Schilanglaufen etabliert, wobei dies auch durch die geschaffenen sehr zielgruppenspezifischen, Fine-Tuning- bzw. emotional ausgestalteten Angebote der Wintersport-Destinationen beim jüngeren Publikum das Interesse und damit die Nachfrage steigerten.

Insgesamt können derzeit bereits 35 schnee- und eisgebundene Wintersportarten/-formen unterschieden werden*), die für die Ausübung nicht nur eine sehr spezifische bis gar keine touristische Infrastruktur, d.h., lediglich die Landschaft/Natur mit den natürlichen Ressourcen wie Schnee und Eis, benötigen, ein unterschiedlich großes Nachfragevolumen/-potenzial in den Hauptherkunftsmärkten aufweisen, großteils in Fachverbänden bzw. Vereinen organisiert sind, sondern auch sehr differenzierte quantitative und regionale Nachfragetendenzen in Österreich zeigen. Dieser Trend manifestiert sich auch in den steigenden Aussteller- und Besucherzahlen bei den internationalen Leitmessen sowie der postiven Umsatzentwicklung der 7 Mrd. Euro Outdoor-Branche in Europa.

Viele dieser Wintersportarten/-formen bzw. Aktivitäten werden dabei zunehmend in bunter werdenden Reisegemeinschaften einer Familie mit mehreren Generationen oder eines größeren Freundeskreises durchgeführt.

 


 1. Schifahren/Schi Alpin

         Fun Carving

         Telemarken

         Schönschifahren

         Tiefschnee

         Firngleiten

         Snowfeet

         Schitouren/Schibergsteigen

         Schihochtouren

         Nachtschilauf

         Heliskiing

2. Snowboardfahren

3. Freeriden/Freeski

4. Freestyle Skiing

5. Air & Style

6. Big Air (1)

7. Schi-X/Schi Cross (2)

8. Snowparks (3)

9. Speedski


10. Schibob/Snowscooting

11. Snowcycling

12. Snowkiting

13. Schijöring

14. Snowmobiling


15. Schilanglaufen

         Classic

         Skating

16. Winterwandern

17. Schneeschuhwandern

18. Wildnistreking

19. Schiorientierungslauf


20. Rodeln/Schlittenfahren

21. Reifenrodeln/Zipflbob


24. Eisklettern

25. Eissegeln


26. Schlittschuhlaufen

27. Eisstockschießen

28. Curling

29. Eishockey

30. Eisschnelllaufen


31. Bobsport

32. Skeleton


33. Biathlon

34. Winter-Triathlon (4)

35. Winter-Penthalon (5)


Factsheet Potenzial 

Österreich und die sieben Nachbarländer:

  Bevölkerung 2017 (+14 Jahre): 154,99 Mio.

    dav. Sportausübende (regelmäßig/öfters): 41,2 % oder 63,84 Mio.

            Die länderweisen %-Werte liegen zwischen 30,0 %(IT) und 48,0 %(DE)

  Schi Alpinfahrer 2017 (+14 Jahre): 13,0 % oder 20,15 Mio.


Quelle: European Commission (2014): Sport and physical aktivity. Report. Spezier Eurobarometer 412

            ITR-Tourismusreport 3/2018


 

Folgerung:

Aus der immer stärkeren Differenzierung der Nachfrage resultieren immer mehr und kleinere Segmente mit sehr spezifischen Anforderungen.

Um die Entwicklungschancen nachhaltig zu nutzen, sind neben der Untersuchung der jeweiligen aktuellen quantitativen  Nachfragepotenziale in den Herkunftsmärkten und deren Ausübungsgrad nach Altersgruppen vor allem genaue Kenntnisse über diese Wintergäste erforderlich ("...welche spezifischen Bedürfnisse, Ansprüche/Anforderungen, Wünsche, Vorstellungen und Erwartungen haben sie und wie können sie optimal erfüllt  bzw. bedient werden ").

Zahlreiche alpine Orte/Destinationen zeigen mit kreativen bedürfnisorientierten Angebotspaketen, auch für Gruppen, mit intelligenter Produktgestaltung, mit Produktinnovationen  und deren richtigen Vermarktung bereits den Weg vor.  


 

(*) Ad Umweltwirkungen:

     Diese Wintersportarten/-formen nutzen die alpine Landschaft/Natur nicht

     in der selben Weise. Einige können nach ihrer Belastungsintensität/Beein-

     trächtigung als nicht bzw.nur gering naturbelastend, manche als naturbe-

     lastend und weitere auch als stark naturbelastend klassifiziert werdem.

 

 

(1) Springen über Schanzen

(2) Rennlauf gegeneinander in einem Knock-Out-System von vier bis

      sechs Fahrer auf einem Kurs, der über Steilkurven verfügt

(3) Künstlich aus Schnee geschaffener Parcours der Elemente wie

     Halfpipe, Schanzen, Rails, etc. verfügt und von Schi- und Snow-

     boardfahrern befahren werden kann

(4) Crosslauf, Mountainbiking, Schilanglauf

(5) Schilanglauf, Pistolenschießen, Abfahrtslauf, Degenfechten,

     Geländeritt im Schnee

 

 

 

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